Katastrophenschutz hautnah erleben
Großer Aktionstag in Künzelsau stärkt Wissen und Sicherheit junger Menschen
Vorbereitung zahlt sich aus: Am Dienstag, 14. April 2026, fand auf dem Festplatz Wertwiesen in Künzelsau der „Katastrophen- und Zivilschutztag im Hohenlohekreis 2026“ statt. Rund 600 Schülerinnen und Schüler der sechsten Klassen erhielten an acht Stationen praxisnahe Einblicke in den Bevölkerungsschutz. Organisiert wurde der Aktionstag vom Landratsamt Hohenlohekreis in enger Zusammenarbeit mit Schulen und zahlreichen Hilfsorganisationen.
Gut vorbereitet in den Ernstfall: Die Jugendlichen hatten sich bereits im Vorfeld im Unterricht mit den theoretischen Grundlagen des Katastrophenschutzes beschäftigt – am Aktionstag stand nun die Praxis im Mittelpunkt. Nach einer Begrüßung durch Torsten Rönisch, Kreisbrandmeister des Hohenlohekreises, galt es zunächst, sich mit den Sicherheitsregeln vertraut zu machen. Dann hieß es: Auf zu den Stationen rund um den Katastrophen- und Zivilschutz. Für Aufmerksamkeit sorgte eine historische Handsirene, die jeden Stationswechsel markant und unüberhörbar ankündigte.
Ob beim Löschen von Bränden in Eimern, beim richtigen Verhalten bei Starkregen, Gewitter, Dürre oder Hitze: Die Jugendlichen erlebten hautnah, wie sie Extremsituationen möglichst sicher meistern können. Besonders anschaulich wurde das Thema Wetterextreme durch die Jugendfeuerwehren Künzelsau und Ingelfingen vermittelt – unter anderem mit einem mit Wasser gefüllten Pool. Auch Teamarbeit war gefragt: Bei der Rettung von in Not geratener Menschen aus dem Wasser mussten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam anpacken. Mit Booten der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) auf Rädern galt es, die Aufgabe gemeinsam zu lösen. Auch an der Station der Psychosozialen Notfallseelsorge des Hohenlohekreises stand das Miteinander im Mittelpunkt. Hier konnten die Jugendlichen erleben, wie wichtig Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung in schwierigen Situationen sind – und sich auch einmal im wahrsten Sinne des Wortes „fallen lassen“. Ganz praktisch wurde es auch beim Thema Vorsorge: Was gehört in einen Notfallrucksack? Und warum ist er so wichtig? Antworten darauf gab es direkt zum Mitmachen.
Das Technische Hilfswerk, Ortsverein Künzelsau, zeigte anschaulich, wie Sandsäcke richtig eingesetzt werden und wie man sich bei Hochwasser selbst schützen kann. Das Polizeirevier Künzelsau informierte über das richtige Verhalten in Gefahrensituationen – etwa bei Amoklagen – sowie über das Absetzen von Notrufen und das gezielte Holen von Hilfe. Beim Arbeiter-Samariter-Bund standen Erste-Hilfe-Maßnahmen im Mittelpunkt.
Ein besonderer Blickfang waren die zahlreichen Einsatzfahrzeuge auf den Wertwiesen. Sie machten den Bevölkerungsschutz für die Jugendlichen unmittelbar erlebbar. Den Abschluss bildete eine eindrucksvolle Vorführung der Feuerwehr Künzelsau: Unter realistischen Bedingungen wurde gezeigt, welche gefährlichen Folgen es hat, brennendes Fett mit Wasser zu löschen.
Der „Katastrophen- und Zivilschutztag im Hohenlohekreis“ wurde federführend von Isabelle Gröger, Ganerben-Gymnasium und Filiz Gürbüz, Bevölkerungsschutz im Landratsamt Hohenlohekreis, organisiert. Unterstützt wurde der Aktionstag durch den Nahverkehr Hohenlohekreis (NVH), der einen reibungslosen Transport der Schülerinnen und Schüler zu den Wertwiesen ermöglichte.
